Drums & Percussion

Testbericht Drums & Percussion

Testbericht von drums & percussion 4/2007

Praxisreport

trE.S. lados percussion Cajones

Tolle Kisten

Es handelt sich hier um das Unternehmen Stefan Emmerich, der in Köln ansässig ist. Er fertigt Cajones in Handarbeit und bietet neben serienmäßigen Instrumenten auch Custom Cajones an, von denen uns u.a. eine zur Verfügung stand.

Die beiden Cajones sind vom Aufbau her identisch gehalten. In der Größe 50x30x30 cm (HxBxT) entsprechen sie etwa dem üblichem Standard.
Im Innern sind sie mit 10 mm starken Vierkantleisten verstärkt, und vier Gitarrensaiten sind gegen die Innenseite der Schlagfläche gespannt, um den typischen Snaresound einer Cajon zu erhalten. Die Spannung der Saiten kann mittels Inbusschrauben von der Unterseite der Cajon aus justiert werden, nur eine komplette Abspannung ermöglicht dieses System nicht. Zur Standfestigkeit dienen vier massive Gummifüße, und bei der herkömmlichen Cajon ist die Sitzfläche leicht angerauht, was den Spielkomfort ebenfalls erhöht, da ein nahezu perfekter, rutschfester Sitz garantiert wird. Das Firmenlogo ist bei der Custom Cajon auf der Sitzfläche und an den beiden Seiten des Instrumentes eingefräst bzw. in Quiltet Maple eingearbeitet. Die Form der Resonanzöffnung entspricht ebenfalls diesem Logo. Das Instrumen ist aus massiven amerikanischen Berghornplatten gefertigt - jeweils zwei werden zun einer Korpusseite miteienander verleimt - und besitzt eine Schlagfläche aus Quilted Maple, was natürlich nicht nur optisch wunderschön wirkt, sondern sich auch im Klang bemerkbar macht.

Optisch und im Klang wirklich überzeugend

Die "einfache Cajon" besitzt einen Korpus aus Buchenholz und eine Birkenholzschlagfläche mit dunklem Macassaar-Furnier. Die Schlagflächen sind in dem unteren 2/3 fest mit dem Korpus verleimt, das obere Drittel wird mittels Schrauben fixiert, die im Prinzip als Stimmschrauben für die Anschlagintensität dienen. Die sauber versenkten Kreuzschlitzschrauben erfüllen hier perfekt ihre Arbeit wie auch die aus Edelstahl gefertigten Inbusschrauben an der Saitenjustierung. Eine Besonderheit der trE.S. lados Percussion Cajones sind die "Clapcorners", die leicht abgebogenen Ecken der knapp 2 mm starken Schlagflächen, die zusätzliche Slaps ermöglichen.

Die Custom Cajon aus Bergahorn und mit Quilted Maple Schlagfläche besticht durch eine extrem sensible Ansprache ihres feinen Klangkörpers, der ein ausgezeichnetes Sustainverhalten besitzt. Bei entsprechender Fingertechnik ermöglicht das Instrument eine ungeheure Klangvielfalt, sowie tolle Slaps, Open Tones und zusätzliche Klangeffekte dank der Clapcorners.
Die Bässe sind satt und sehr schön ausgewogen, der Sound somit mindestens so überzeugend, wie die Optik. Die gesamte Holzverarbeitung lässt keine Kritikpunkte aufkommen, und die Vollholzbauweise erbringt den satten und klaren Sound den ein Instrument in Sperrholzbauweise so nicht bieten kann.

Die "einfache" trE.S. lados Percussion Cajon mit Buchensperrholzkorpus und in Macassaar furnierter Birkenholzschlagfläche geht klanglich in eine etwas andere Richtung. Die Ansprache ist auch hier recht sensibel, aber der Grundton besitzt mehr Höhen und Mitten Bässse klingen etwas weicher und nicht ganz so satt wie beim Vollholzinstrument.
Überhaupt klang diese Caja vielleicht sogar eine Spur leiser, aber eben nur in Relation zur Konkurrenz in eigenem Haus. Ansonsten würde ich auch diesem Instrument ein hohes Klangpotentieal und eine sehr hohe Klangvielfalt zuschreiben.

Rein akustisch bieten beide Versionen wirklich tolle Gesamtsounds. Und wenn man bedenkt, dass der Flamenco-Gitarrist Paco de Lucia sich sofort eine Custom Cajon kaufte, nachdem er Sie gehört hatte, kann man sich vorstellen, welche klanglichen Ansprüche hier erfüllt werden.